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Arbeitszeugnis ändern lassen: So kommen Sie zu einem besseren Zeugnis

Kurz gesagt: Ein Arbeitszeugnis ändern lassen können Sie, wenn es unwahr, unklar oder unvollständig ist; ein berechtigter Änderungswunsch darf nicht zu einem schlechteren Zeugnis führen (BAG, Az. 9 AZR 272/22). Ein fertiger Gegenentwurf nimmt dem Arbeitgeber das Neuformulieren ab; mit Anschreiben kostet er einmalig 12,90 €.

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Wer sein Arbeitszeugnis ändern lassen möchte, steht vor zwei Fragen: Was lässt sich überhaupt verlangen, und wie bringt man den Arbeitgeber dazu, es zu tun? Diese Seite beantwortet beides. Sie erklärt, wann eine Berichtigung verlangt werden kann, zeigt den Weg in vier Schritten und stellt ein Musterschreiben bereit. Darunter wählen Sie Ihr Zeugnis aus, sehen die Gesamtnote kostenlos und erhalten auf Wunsch einen fertigen Gegenentwurf mit Anschreiben, den Sie Ihrem Arbeitgeber vorlegen können. Die Seite informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung.

Redaktion arbeitszeugnis-checker.de · Stand:

Kann man ein Arbeitszeugnis ändern lassen?

Ja, wenn das Zeugnis den gesetzlichen Anforderungen nicht genügt. Nach § 109 Abs. 1 der Gewerbeordnung (öffnet in neuem Tab) haben Sie bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis, auf Verlangen mit Angaben zu Leistung und Verhalten. Das Zeugnis muss klar und verständlich formuliert sein und darf keine Formulierungen enthalten, die etwas anderes aussagen sollen, als der Wortlaut zeigt (§ 109 Abs. 2 Gewerbeordnung). Nach dem Bundesarbeitsgericht muss es außerdem wahr sein und darf nur im Rahmen der Wahrheit wohlwollend ausfallen; einen Anspruch auf ein „gutes“ Zeugnis gibt es nicht, nur auf ein leistungsgerechtes (Urteil vom 18.11.2014, Az. 9 AZR 584/13 (öffnet in neuem Tab)).

Genügt ein Zeugnis dem nicht, können Sie die Berichtigung oder Ergänzung verlangen. Rechtlich ist das kein eigener Anspruch: Wer eine Korrektur verlangt, macht weiterhin seinen Zeugnisanspruch geltend, denn der richtet sich auf ein inhaltlich wahres Zeugnis (Urteil vom 14.10.2003, Az. 9 AZR 12/03 (öffnet in neuem Tab)). Die Tabelle zeigt, was sich üblicherweise ändern lässt und wo die Grenze liegt.

Was sich an einem Arbeitszeugnis ändern lässt und was nicht
MangelWas giltGrundlage
Falsche Tatsachen, zum Beispiel Datum, Berufsbezeichnung oder eine fehlende AufgabeDas Zeugnis muss wahr sein. Falsche Angaben können berichtigt, fehlende ergänzt werden, wenn sie sich belegen lassen.§ 109 Abs. 1 der Gewerbeordnung (öffnet in neuem Tab); BAG, Az. 9 AZR 12/03 (öffnet in neuem Tab)
Unklare oder verschlüsselte FormulierungenDas Zeugnis muss klar und verständlich sein und darf keine versteckten Aussagen enthalten.§ 109 Abs. 2 der Gewerbeordnung (öffnet in neuem Tab)
Fehlende übliche Bestandteile, etwa keine Beurteilung des VerhaltensEin qualifiziertes Zeugnis erstreckt sich auf Leistung und Verhalten. Was üblicherweise hineingehört und fehlt, kann ergänzt werden.§ 109 Abs. 1 der Gewerbeordnung (öffnet in neuem Tab)
Bewertung, die Sie für zu niedrig haltenDer Anspruch geht auf ein leistungsgerechtes Zeugnis. Wer besser als „befriedigend“ beurteilt werden will, muss im Streit die Tatsachen dafür vortragen und beweisen.BAG, Az. 9 AZR 584/13 (öffnet in neuem Tab)
Fehlende Dankes- und WunschformelEinen Anspruch darauf gibt es nicht. Sie können darum bitten, und ein Gegenentwurf kann sie enthalten.BAG, Az. 9 AZR 146/21 (öffnet in neuem Tab)
Der genaue WortlautDen bestimmt der Arbeitgeber. Er ist in der Wahl seiner Formulierungen frei, solange das Zeugnis wahr und klar bleibt. Ein Gegenentwurf ist deshalb ein Vorschlag, keine Forderung.BAG, Az. 9 AZR 352/04 (öffnet in neuem Tab)

Ob in Ihrem Zeugnis ein solcher Mangel steckt, sehen Sie dem Text nicht immer an: Die Bewertung liegt in der Abstufung der Formeln, in der Reihenfolge und in dem, was fehlt. Welche Formel für welche Note steht, zeigt die Notenskala; einzelne Sätze ordnet der Satz-Check unter Arbeitszeugnis entschlüsseln ein. Fällt Ihr Zeugnis insgesamt schwach aus, hilft der Ratgeber Arbeitszeugnis zu schlecht beim Einordnen.

Arbeitszeugnis korrigieren lassen: in vier Schritten zur Korrektur

Wer sein Arbeitszeugnis korrigieren lassen möchte, wendet sich zuerst an den Arbeitgeber und nicht an ein Gericht. Ein gängiger Ablauf hat vier Schritte:

  1. Stellen finden und einordnen. Gehen Sie das Zeugnis Satz für Satz durch. Der Zeugnis-Check auf dieser Seite zeigt in der kostenlosen Vorschau die Gesamtnote; die vollständige Analyse nennt zu jedem wertenden Satz, wie er üblicherweise gelesen wird, und führt fehlende Bestandteile und Widersprüche auf. Trennen Sie dabei Tatsachenfehler von Formulierungen, die schlechter wirken, als sie gemeint sind.
  2. Den Wortlaut selbst vorschlagen. „Bitte bewerten Sie mich besser“ lässt offen, was gemeint ist. Legen Sie stattdessen die Fassung vor, die Sie für richtig halten: Ihr Zeugnis mit demselben Aufbau und denselben Tätigkeiten, die bewertenden Sätze in der üblichen Zeugnissprache. Genau das ist der Gegenentwurf, den der Zeugnis-Check auf Wunsch erstellt. Prüfen Sie ihn vor dem Versand und streichen Sie, was nicht zu Ihrer Arbeit passt.
  3. Erst sprechen, dann schreiben. Sprechen Sie die Person an, die das Zeugnis verfasst oder unterschrieben hat, oder die Personalabteilung. Es geht darum, wie das Zeugnis gelesen wird, nicht um Vorwürfe. Fassen Sie Ihre Bitte danach schriftlich zusammen und fügen Sie den Gegenentwurf bei; das Musterschreiben unten ist dafür gedacht. So ist festgehalten, was Sie wann beanstandet haben.
  4. Antwort abwarten, gegenlesen, bei Ablehnung Rat holen. Stellt der Arbeitgeber ein neues Zeugnis aus, lesen Sie es vollständig gegen: Nicht beanstandete Teile darf er nicht grundlos ändern. Lehnt er ab oder antwortet er nicht, wird aus der Bitte eine Rechtsfrage, die zu Ihrer Gewerkschaft oder in eine Kanzlei gehört.

Zwei Regeln gelten für jeden Vorschlag. Bleiben Sie bei der Wahrheit: keine Aufgaben, Erfolge oder Zahlen, die es nicht gab. Und bleiben Sie stimmig: Leistung, Verhalten und Schlussformel sollten auf derselben Stufe liegen, denn eine Bestnote in der Leistungsformel neben einem knappen Schluss wirkt widersprüchlich.

Musterschreiben: Bitte um Berichtigung des Arbeitszeugnisses

Die Vorlage ist für den Fall gedacht, dass Sie Ihrem Arbeitgeber einen fertigen Gegenentwurf beilegen. Sie ist als Bitte formuliert, nennt keine Frist und droht nicht: Eine unglückliche Formulierung kann ein Versehen sein, und ein sachlicher Ton macht es der Personalabteilung leicht, zuzustimmen. Ersetzen Sie die Angaben in eckigen Klammern durch Ihre eigenen und streichen Sie, was nicht passt.

Betreff: Bitte um Berichtigung meines Arbeitszeugnisses vom [Datum des Zeugnisses]

Sehr geehrte Frau [Nachname], sehr geehrter Herr [Nachname],

vielen Dank für mein Arbeitszeugnis vom [Datum des Zeugnisses]. Beim Lesen sind mir einige Formulierungen aufgefallen, die meine Tätigkeit und meine Leistung aus meiner Sicht nicht so wiedergeben, wie sie üblicherweise gelesen werden. Das betrifft vor allem [Stellen nennen, zum Beispiel: die zusammenfassende Leistungsbeurteilung und die Schlussformel].

Damit Sie möglichst wenig Aufwand haben, habe ich einen vollständigen Formulierungsvorschlag beigefügt. Er behält Aufbau, Tätigkeiten und Daten des Zeugnisses bei und ändert nur die bewertenden Sätze. Ich bitte Sie, den Vorschlag zu prüfen und mir ein entsprechend angepasstes Zeugnis auszustellen. Sehen Sie einzelne Stellen anders, bin ich für ein kurzes Gespräch dankbar.

Für Rückfragen erreichen Sie mich unter [Telefonnummer oder E-Mail-Adresse]. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

[Vorname Nachname]

Anlage: Formulierungsvorschlag für das Arbeitszeugnis (Gegenentwurf)

Was die Vorlage nicht leistet: Das Schreiben ist eine Bitte ohne Fristsetzung und ohne rechtliche Hinweise, keine Rechtsberatung. Ob es eine Ausschlussfrist aus Ihrem Arbeits- oder Tarifvertrag wahrt, lässt sich damit nicht sagen; läuft bei Ihnen möglicherweise eine solche Frist, lassen Sie das vorher klären. Den Gegenentwurf, auf den das Schreiben verweist, erstellen Sie direkt unter diesem Abschnitt.
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  • Erkannte Namen werden durch Platzhalter ersetzt, bevor die KI den Text erhält. Die Erkennung findet nicht jede Angabe.
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KI-generiert, keine Rechtsberatung. Automatische Auswertung der Zeugnissprache, keine Aussage über rechtliche Ansprüche.

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    • Jeder Satz in Klartext, wertende Sätze mit Note
    • Teilnoten je Bereich, mindestens für Leistung und Verhalten
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    • Verbesserungsvorschläge, Ergebnis als PDF
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    Empfohlen, weil Sie Ihrem Arbeitgeber damit eine fertige Fassung vorlegen, die er nur noch prüfen, nach Bedarf ändern und unterschreiben muss.

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    Was enthalten ist
    • Ihr Zeugnis sinngemäß ins Englische übertragen, mit einem Übersetzerhinweis (Translator’s note)
    • Als PDF und Word. Ein Auszug ist kostenlos.

    Für Bewerbungen. Ersetzt keine Übersetzung durch vereidigte Übersetzerinnen oder Übersetzer.

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Sie können auch mit der Analyse beginnen. Solange Ihr Ergebnis abrufbar ist, also 7 Tage ab dem Kauf, kommt der Gegenentwurf mit Anschreiben für 6,00 € dazu, und Sie zahlen zusammen so viel wie für das Paket.

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Zur Einordnung: Der Check ist eine automatische Sprachanalyse und ersetzt keine anwaltliche Beratung.

Der Gegenentwurf: Warum ein fertiger Text dem Arbeitgeber Arbeit abnimmt

Stellen Sie sich Ihre Bitte aus Sicht der Personalabteilung vor. Jemand, der das Unternehmen verlassen hat, möchte einige Sätze geändert haben. Dafür muss ein Mensch die Akte heraussuchen, sich in den Fall hineindenken, neu formulieren und alles noch einmal abstimmen. Das ist Arbeit, und niemand hat auf sie gewartet.

Ein Gegenentwurf nimmt ihr diese Arbeit ab. Er ist Ihr Zeugnis in einer verbesserten Fassung: vollständig ausformuliert, mit demselben Aufbau, denselben Tätigkeiten und denselben Datumsangaben wie das Original. Ihr Arbeitgeber muss nichts neu formulieren. Er liest, ändert, was er anders sieht, und stellt das Zeugnis aus.

Bitte ohne und mit Gegenentwurf: Was beim Arbeitgeber anfällt
SchrittBitte ohne VorlageBitte mit Gegenentwurf
FormulierenDie Personalabteilung sucht die Akte heraus, denkt sich in den Fall hinein und sucht selbst nach Formulierungen, die Ihrer Bitte entsprechen.Der Text liegt vor. Der Arbeitgeber liest ihn und ändert, was er anders sieht.
AbstimmenWas der Arbeitgeber neu formuliert, muss zu Ihrer Bitte passen; passt es nicht, beginnt der Austausch von vorn.Sie haben die Fassung vorgelegt, die Sie für richtig halten. Offen bleiben nur die Stellen, die der Arbeitgeber anders sieht.
EntscheidenDer Arbeitgeber entscheidet über Inhalt und Wortlaut.Ebenso. Der Gegenentwurf ist ein Vorschlag; den Wortlaut bestimmt der Arbeitgeber.

Ungewöhnlich ist dieser Weg nicht. Die meisten Zeugnisse entstehen ohnehin aus Vorlagen und Textbausteinen: In einer Befragung der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (öffnet in neuem Tab) wurden nur 7,3 Prozent der Zeugnisse wirklich individuell geschrieben, und fast die Hälfte der Verfasser hatte dafür nie eine Schulung erhalten (2015, 97 Befragte). Ein fertiger Vorschlag ist für die Personalabteilung deshalb nichts Fremdes, und eine unglückliche Formulierung kann ein Versehen sein.

Was belegt ist und was nicht: Den Wortlaut bestimmt am Ende Ihr Arbeitgeber, denn er ist in der Wahl seiner Formulierungen frei, solange das Zeugnis wahr und klar bleibt (Urteil vom 21.06.2005, Az. 9 AZR 352/04 (öffnet in neuem Tab)). Wie oft Arbeitgeber einen solchen Entwurf übernehmen, hat bisher niemand erhoben, und versprechen können wir es Ihnen deshalb nicht. Ob Ihr Arbeitgeber den Entwurf übernimmt, entscheidet er selbst.

Wie lange habe ich Zeit?

Eine eigene Frist für die Bitte um Berichtigung nennt § 109 Gewerbeordnung nicht. Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre (§ 195 BGB (öffnet in neuem Tab)), aber davor können zwei andere Grenzen greifen: Ausschlussfristen aus dem Tarif- oder Arbeitsvertrag, denen der Zeugnisanspruch nach dem Bundesarbeitsgericht unterliegt (Urteil vom 04.10.2005, Az. 9 AZR 507/04 (öffnet in neuem Tab)), und die Verwirkung, wenn Sie die Sache lange ruhen lassen und der Arbeitgeber davon ausgehen durfte, dass nichts mehr kommt. Welche Grenze in Ihrem Fall gilt, steht nicht im Zeugnis, sondern im Arbeitsvertrag und in einem Tarifvertrag, falls einer anwendbar ist; das ist eine Frage für eine Rechtsberatung. Die drei Grenzen im Einzelnen erklärt der Abschnitt Wie lange lässt sich eine Berichtigung verlangen?.

Als Faustregel genügt: Lesen Sie das Zeugnis, sobald Sie es erhalten, und melden Sie sich zeitnah, wenn etwas nicht stimmt. Mit der Zeit wechseln Ansprechpersonen, und die Erinnerung an Ihre Arbeit verblasst.

Darf der Arbeitgeber das Zeugnis nach meiner Bitte verschlechtern?

Grundlos nicht. Viele fragen nicht nach, aus Sorge, das Zeugnis werde danach an anderer Stelle schlechter. Dazu hat das Bundesarbeitsgericht 2023 entschieden: Ein Arbeitgeber darf einen berechtigten Änderungswunsch nicht zum Anlass nehmen, das Zeugnis zum Nachteil der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers zu ändern (Versäumnisurteil vom 06.06.2023, Az. 9 AZR 272/22 (öffnet in neuem Tab)). Im entschiedenen Fall hatte eine Arbeitgeberin in der dritten Fassung die Dankes- und Wunschformel gestrichen, die in den ersten beiden Fassungen noch stand; das Gericht sah darin einen Verstoß gegen das Maßregelungsverbot des § 612a BGB (öffnet in neuem Tab). Abweichen darf der Arbeitgeber nur, wenn sachliche Gründe das als angemessen erscheinen lassen.

Schon zuvor galt: Der Arbeitgeber ist an den Inhalt eines erteilten Zeugnisses grundsätzlich gebunden. Stellt er auf ein berechtigtes Berichtigungsverlangen hin ein neues Zeugnis aus, darf er Teile, die nicht beanstandet wurden, nicht grundlos ändern (Urteil vom 21.06.2005, Az. 9 AZR 352/04). Lesen Sie ein neues Zeugnis deshalb vollständig gegen, nicht nur an den geänderten Stellen.

Was der Gegenentwurf zum Arbeitszeugnis mit Anschreiben enthält

Der Gegenentwurf ist Ihr Zeugnis, neu formuliert. Aufbau, Tätigkeiten, Namen und Datumsangaben bleiben wie im Original; die Namen setzen wir erst nach der KI wieder ein. Die bewertenden Formulierungen stehen auf einem guten bis sehr guten Niveau, Sätze mit versteckter Kritik sind ersetzt, und die Schlussformel ist vollständig. Dazu kommt ein Anschreiben an Ihren Arbeitgeber, das höflich um eine Anpassung bittet und auf den beigefügten Vorschlag verweist. Beides erhalten Sie zum Kopieren, als Word-Datei und als PDF.

So sieht das an einem erfundenen Beispiel aus. Das Zeugnis stammt aus dem Beispiel-Ergebnis, die drei Sätze sind die, die der Gegenentwurf dort ändert:

Auszug aus dem Beispiel: drei Sätze vor und nach dem Gegenentwurf (erfundenes Zeugnis)
Im Zeugnis stehtIm GegenentwurfWas sich ändert
„Ihr Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war einwandfrei.“„Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets einwandfrei.“Übliche Reihenfolge und „stets“ heben die Verhaltensbeurteilung auf gut.
„Sie trug durch ihre Geselligkeit zur Verbesserung des Betriebsklimas bei.“„Durch ihre freundliche und hilfsbereite Art war sie im gesamten Team sehr geschätzt.“Entfernt eine bekannte negative Codierung.
„Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute.“„Wir bedauern ihr Ausscheiden sehr, danken ihr für die stets gute Zusammenarbeit und wünschen ihr für ihre berufliche und private Zukunft weiterhin viel Erfolg.“Dank, Bedauern und Zukunftswünsche machen die Schlussformel stimmig zur Leistungsnote.

So endet das Beispielzeugnis im Gegenentwurf:

Im Zeugnis steht: Frau Beispiel verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedauern ihr Ausscheiden sehr, danken ihr für die stets gute Zusammenarbeit und wünschen ihr für ihre berufliche und private Zukunft weiterhin viel Erfolg.

Im Klartext:

Vollständige Schlussformel: Beendigungsgrund, Bedauern, Dank und Zukunftswünsche. Im Original stand nur ein Wunsch für die Zukunft.

Und so bittet das Anschreiben im Beispiel um die Anpassung:

Im Zeugnis steht: Ich habe mir erlaubt, einen Vorschlag mit den entsprechenden Anpassungen beizufügen. Ich würde mich freuen, wenn Sie diesen prüfen und mir ein angepasstes Zeugnis ausstellen könnten.

Im Klartext:

Das Anschreiben macht keinen Vorwurf, verweist auf den beigefügten Vorschlag und bittet um ein angepasstes Zeugnis. Fristsetzungen und rechtliche Hinweise sind nicht vorgesehen.

Was der Gegenentwurf nicht kann: Er erfindet keine Aufgaben, Erfolge oder Zahlen; auf neue Zahlen wird der Entwurf automatisch geprüft, alles Übrige ist Vorgabe an die KI. Er beurteilt nicht, ob das gehobene Niveau Ihrer tatsächlichen Leistung entspricht oder ob es sich durchsetzen ließe. Er ist keine rechtliche Prüfung, und er ersetzt nicht Ihr eigenes Gegenlesen: Der Text entsteht automatisch und kann Fehler enthalten. Passen Sie ihn an, wo er mehr bescheinigt, als Sie belegen können. Den vollständigen Gegenentwurf im Beispiel-Ergebnis können Sie ganz lesen.

Wenn der Arbeitgeber nicht reagiert

Lehnt der Arbeitgeber die Berichtigung ab oder antwortet er nicht, bleibt die Rechtsfrage, ob und wie sich die Änderung durchsetzen lässt. Sie gehört zu Ihrer Gewerkschaft, wenn Sie Mitglied sind, oder zu einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht; am Ende steht der Weg zum Arbeitsgericht. In welchen Lagen fachlicher Rat naheliegt und was vor Gericht allgemein gilt, steht im Abschnitt Wann fachlicher Rat sinnvoll ist. Der Gegenentwurf bleibt dabei nützlich: Er zeigt jeder Beraterin und jedem Berater auf einen Blick, welche Fassung Sie anstreben.

Allgemeine Information: Diese Seite informiert allgemein über Zeugnissprache und Rechtsprechung. Sie ist keine Rechtsberatung und kann nicht beurteilen, welche Note Ihnen zusteht oder wie ein Streit in Ihrem Fall ausginge. Der Zeugnis-Check ist eine KI-gestützte Sprachanalyse; der Gegenentwurf ist ein Vorschlag, keine Forderung.

Häufige Fragen: Zeugnis verbessern

Kann ich mein Arbeitszeugnis nachträglich ändern lassen?

Ja, der Anspruch endet nicht mit der Übergabe. Wer eine Korrektur verlangt, macht nach dem Bundesarbeitsgericht weiterhin seinen Zeugnisanspruch geltend, weil der sich auf ein inhaltlich wahres Zeugnis richtet (Urteil vom 14.10.2003, Az. 9 AZR 12/03). Grenzen setzen Ausschlussfristen, Verwirkung und Verjährung; mehr dazu im Abschnitt Wie lange habe ich Zeit?.

Gibt es ein Muster, mit dem ich die Korrektur anfordern und mein Arbeitszeugnis ändern lassen kann?

Ja, das Musterschreiben auf dieser Seite ist dafür gedacht. Es bittet um Berichtigung, verweist auf den beigefügten Formulierungsvorschlag und nennt weder eine Frist noch rechtliche Folgen. Ersetzen Sie die Platzhalter in eckigen Klammern durch Ihre Angaben und legen Sie den Gegenentwurf bei.

Gibt es ein Muster oder eine Vorlage für den Gegenentwurf?

Eine feste Vorlage gibt es nicht, weil der Gegenentwurf zu Ihrem Zeugnis passen muss: derselbe Aufbau, dieselben Tätigkeiten und Daten, nur die bewertenden Sätze auf einem besseren Niveau. Der Zeugnis-Check erstellt diese Fassung aus Ihrem eigenen Zeugnis. Wie das Ergebnis aussieht, zeigen der Auszug aus dem Beispiel und das vollständige Beispiel-Ergebnis.

Muss der Arbeitgeber meinen Gegenentwurf übernehmen?

Nein. Der Arbeitgeber ist in der Wahl seiner Formulierungen frei, solange das Zeugnis wahr, klar und verständlich bleibt (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.06.2005, Az. 9 AZR 352/04). Der Gegenentwurf ist ein Vorschlag, den er prüfen, ändern und übernehmen kann. Wie oft Arbeitgeber einen solchen Entwurf übernehmen, hat niemand erhoben.

Was kostet der Gegenentwurf mit Anschreiben?

Der Gegenentwurf gehört zum Paket mit der vollständigen Analyse. Jeder Preis gilt einmalig für das ganze Zeugnis, nicht je Satz, und ein Abo gibt es nicht. Wer die Analyse schon gekauft hat, bekommt den Gegenentwurf als Zusatz zum Differenzpreis dazu. Die Beträge stehen in der Preisübersicht auf dieser Seite; was jedes Angebot enthält und wie die Zahlung läuft, erklärt die Seite Preise und Leistungen.

Kann ich den Gegenentwurf später zur Analyse dazukaufen?

Ja, solange Ihr Ergebnis abrufbar ist; wie lange das ist, steht in der Preisübersicht und in der Antwort zu Ihren Daten weiter unten. Der Zusatz kostet die Differenz zum Paket; zusammen zahlen Sie so viel wie für das Paket. Das Angebot dazu sehen Sie nach dem Kauf der Analyse auf der Dankseite und an Ihrem Ergebnis.

Reicht eine E-Mail, um die Berichtigung zu verlangen?

Für die Bitte an den Arbeitgeber schreibt § 109 Gewerbeordnung keine Form vor; eine E-Mail mit dem Gegenentwurf im Anhang ist üblich und hält fest, was Sie wann beanstandet haben. Gilt bei Ihnen eine Ausschlussfrist, kann es darauf ankommen, dass die Forderung schriftlich erhoben wird; im vom Bundesarbeitsgericht entschiedenen Fall verlangte der Tarifvertrag das (Urteil vom 04.10.2005, Az. 9 AZR 507/04). Ob eine E-Mail dafür genügt, ist eine Frage für eine Rechtsberatung.

Mein Zeugnis ist schon zehn Monate alt. Kann ich es noch ändern lassen?

Eine feste Grenze nennt das Gesetz nicht, aber der Anspruch kann verwirken, wenn er lange nicht verfolgt wurde und der Arbeitgeber davon ausgehen durfte, dass nichts mehr kommt. Das Landesarbeitsgericht Köln hielt zwölf Monate Untätigkeit für das Zeitmoment grundsätzlich für ausreichend, verlangte aber zusätzlich Umstände, aus denen der Arbeitgeber auf Erledigung schließen durfte (Urteil vom 08.02.2000, Az. 13 Sa 1050/99 (öffnet in neuem Tab)). Je früher Sie sich melden, desto weniger spielt das eine Rolle. Was in Ihrem Fall gilt, kann nur eine Rechtsberatung klären.

Kann ich auch ein Zwischenzeugnis ändern lassen?

Um eine Änderung bitten können Sie beim Zwischenzeugnis genauso. Die Vorgaben an die KI verlangen für den Gegenentwurf dieselbe Zeugnisart wie im Original und beim Zwischenzeugnis eine Schlussformel mit Dank und dem Wunsch nach weiterer Zusammenarbeit statt Bedauern. Fügen Sie die Überschrift „Zwischenzeugnis“ mit ein, damit das Regelwerk es erkennt. Schwächen sprechen Sie besser jetzt an als erst beim Endzeugnis; Besonderheiten erklärt der Ratgeber zum Zwischenzeugnis.

Was passiert mit meinem Zeugnis und meinen Daten?

Die Datei bleibt auf Ihrem Gerät: Die Texterkennung läuft im Browser, an unseren Server geht nur der ausgelesene Text. Dort werden erkannte Namen, Firmen, Orte und Datumsangaben durch Platzhalter ersetzt, bevor der Text an die KI geht; im Gegenentwurf stehen danach wieder die echten Angaben. Die Erkennung arbeitet automatisch und kann einzelne Angaben übersehen. Die KI-Analyse läuft derzeit bei Anthropic. Die Verarbeitung kann außerhalb der EU stattfinden, unter anderem in den USA. Unbezahlte Analysen sind 24 Stunden abrufbar und werden danach gelöscht, bezahlte Ergebnisse 7 Tage ab der letzten Zahlung zu diesem Vorgang. Sicherungskopien der Datenbank legt unser Anbieter in unserem Tarif nicht an; in unserer Datenbank ist ein gelöschter Vorgang damit endgültig gelöscht. Beim KI-Dienst bleiben Eingaben und Ergebnisse nach dessen Angaben bis zu 30 Tage gespeichert, in Ausnahmefällen länger. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Lohnt sich der Gegenentwurf auch bei einem Zeugnis mit der Note „gut“?

Das hängt davon ab, was die Analyse zeigt. Steht einer guten Leistungsformel ein knapper Schluss oder eine vertauschte Reihenfolge in der Verhaltensbeurteilung gegenüber, wirkt das Zeugnis widersprüchlich, und der Gegenentwurf gleicht das an. Zeigt die Analyse keine Auffälligkeiten, brauchen Sie ihn nicht; die Gesamtnote sehen Sie vorher kostenlos.

Ersetzt der Gegenentwurf eine Anwältin oder einen Anwalt?

Nein. Der Gegenentwurf ist ein Formulierungsvorschlag aus einer KI-gestützten Sprachanalyse, keine rechtliche Prüfung. Ob Sie eine Änderung verlangen können und wie sie durchzusetzen wäre, klärt eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht oder, wenn Sie Mitglied sind, Ihre Gewerkschaft. Der fertige Entwurf ist dort eine nützliche Grundlage.

KI-generiert, keine Rechtsberatung. Die Analyse ist eine automatische Auswertung der Zeugnissprache und kann Fehler enthalten. Sie trifft keine Aussage über rechtliche Ansprüche oder Erfolgsaussichten. Für eine rechtliche Einschätzung wenden Sie sich bitte an eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Legen Sie Ihrem Arbeitgeber eine fertige Fassung vor.

Gesamtnote kostenlos und ohne Anmeldung sehen, danach auf Wunsch den Gegenentwurf mit Anschreiben bestellen.

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