Arbeitszeugnis-Formulierungen: alle Sätze mit Note und Klartext
Kurz gesagt: Arbeitszeugnis-Formulierungen bewerten in Stufen: Steigerungswörter wie „stets“ und „vollste“ heben die Note, Einschränkungen wie „im Wesentlichen“ senken sie, und auch was fehlt, wird als Aussage gelesen. Unser Lexikon ordnet 70 Formulierungen und 10 Stufen der Zufriedenheitsformel mit Note und Verlässlichkeit ein.
Formulierung eingeben, Bedeutung und Note sehen
Fügen Sie einen Satz aus Ihrem Zeugnis ein. Die Auswertung läuft in Ihrem Browser, Ihr Satz wird nicht übertragen.
Oder ein Beispiel ausprobieren:
Diese Seite ist ein Nachschlagewerk für Arbeitszeugnis-Formulierungen. Sie finden hier die Stufen der Zufriedenheitsformel und alle Einträge aus dem Regelwerk unseres Zeugnis-Checks, geordnet nach dem Teil des Zeugnisses, in dem ein Satz steht. Jede Zeile nennt die Formulierung, die Note, den Klartext und die Verlässlichkeit der Deutung. Viele Sätze aus bekannten Listen sind umstritten oder werten nur in einem bestimmten Zusammenhang ab, deshalb steht die Einordnung in jeder Zeile dabei. Einen einzelnen Satz aus Ihrem Zeugnis können Sie in den Satz-Check auf dieser Seite eingeben.
Redaktion arbeitszeugnis-checker.de · Stand: · Quellen
Leistung: die Zufriedenheitsskala und ihre Steigerungen
Die Leistungsnote eines Zeugnisses steht meist in einem einzigen Satz, der zusammenfassenden Zufriedenheitsformel. Die Zeitangabe („stets“) und die Steigerung von „Zufriedenheit“ über „vollen“ bis „vollsten“ heben die Stufe, eine Einschränkung wie „im Großen und Ganzen“ senkt sie. Das Bundesarbeitsgericht beschreibt die Formel als Skala, die Schulnoten vergleichbar ist (Urteil vom 18.11.2014, Az. 9 AZR 584/13 (öffnet in neuem Tab)). Die erste Tabelle zeigt die sechs Noten mit ihrer Kernformel.
| Note | Formulierung im Zeugnis | Bedeutung |
|---|---|---|
| Note 1,0 · sehr gut | „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ | Durchgehend herausragende Leistung. Zeitwort („stets“) und höchste Steigerung („vollsten“) stehen zusammen. |
| Note 2,0 · gut | „zu unserer vollsten Zufriedenheit“ oder: „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ | Gute, überdurchschnittliche Leistung. Es fehlt entweder das „stets“ oder die höchste Steigerung. |
| Note 3,0 · befriedigend | „zu unserer vollen Zufriedenheit“ | Durchschnittliche Leistung ohne Beanstandungen. Kein Zeitwort, einfache Steigerung. |
| Note 4,0 · ausreichend | „zu unserer Zufriedenheit“ | Unterdurchschnittlich, aber noch ausreichend. Weder Zeitwort noch Steigerung. |
| Note 5,0 · mangelhaft | „im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit“ | Deutliche Mängel. Die Einschränkung („im Großen und Ganzen“) nimmt das Lob wieder zurück. |
| Note 6,0 · ungenügend | „hat sich bemüht“ | Es blieb beim Versuch. Bewertet wird der Wille, nicht das Ergebnis. |
Zwischen den Kernformeln liegen weitere Fassungen, etwa „stets zu unserer Zufriedenheit“ oder die Sätze mit „uneingeschränkt“. Die zweite Tabelle führt alle 10 Stufen, die unser Regelwerk unterscheidet, mit den typischen Formulierungen je Stufe. Gesetzlich festgelegt ist die Skala nirgends. Wo Notentabellen eine Formel anders einordnen, steht das unter „Quelle und Einordnung“. Dort ist auch das Urteil verlinkt, wenn ein Gericht die Formel selbst eingeordnet hat.
| Formulierung | Note | Klartext | Verlässlichkeit | Quelle und Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“oder: „jederzeit zu unserer vollsten Zufriedenheit“ | Note 1,0 · sehr gut | Durchgehend herausragende Leistung: Zeitangabe und höchste Steigerung stehen zusammen. | etabliert | |
| „zu unserer vollsten Zufriedenheit“ (ohne „stets“) | Note 2,0 · gut | Gute Leistung: höchste Steigerung, aber keine Zeitangabe. | etabliert | Manche Quellen ordnen „zu unserer vollsten Zufriedenheit“ ohne „stets“ zwischen Note 1 und 2 ein (etwa 1,5). Wir werten einheitlich mit 2. |
| „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“oder: „jederzeit zu unserer vollen Zufriedenheit“ | Note 2,0 · gut | Gute Leistung: Zeitangabe und einfache Steigerung. | etabliert | Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.11.2014, Az. 9 AZR 584/13 (öffnet in neuem Tab): „Gut“ im Sinne der Zufriedenheitsskala ist danach nur, wem bescheinigt wird, „stets“, „immer“ oder „durchgehend“ zur vollen Zufriedenheit gearbeitet zu haben. |
| „stets zu unserer uneingeschränkten Zufriedenheit“oder: „waren wir stets uneingeschränkt zufrieden“ | Note 2,0 · gut | Gute Leistung, wenn „uneingeschränkt“ wie „voll“ gelesen wird. | umstritten | Die Einordnung ist nicht eindeutig: Belegt ist sie nur durch Antworten in einem Zeugnis-Forum, die ein nicht genanntes Fachbuch zitieren; danach steht „uneingeschränkt“ an der Stelle von „voll“. Eine einzelne Übersicht wertet „zur uneingeschränkten Zufriedenheit“ mit Zeitangabe als „sehr gut“. Das verneinte Wort wird teils auch als Abschwächung verstanden. Wir werten wie „voll“. |
| „zu unserer vollen Zufriedenheit“ (ohne „stets“)Eigene Seite: „Zur vollen Zufriedenheit“ | Note 3,0 · befriedigend | Durchschnittliche Leistung ohne Beanstandungen: einfache Steigerung, keine Zeitangabe. | etabliert | Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.11.2014, Az. 9 AZR 584/13 (öffnet in neuem Tab): Die Bescheinigung, „zur vollen Zufriedenheit“ gearbeitet zu haben, wird der Note „befriedigend“ zugerechnet. |
| „zu unserer uneingeschränkten Zufriedenheit“ (ohne „stets“)oder: „waren wir uneingeschränkt zufrieden“ (ohne „stets“) | Note 3,0 · befriedigend | Durchschnittliche Leistung, wenn „uneingeschränkt“ wie „voll“ gelesen wird. Die Zeitangabe fehlt. | umstritten | Die Einordnung ist nicht eindeutig: Belegt ist sie nur durch Antworten in einem Zeugnis-Forum, die ein nicht genanntes Fachbuch zitieren; danach steht „uneingeschränkt“ an der Stelle von „voll“. Eine einzelne Übersicht wertet „zur uneingeschränkten Zufriedenheit“ mit Zeitangabe als „sehr gut“. Das verneinte Wort wird teils auch als Abschwächung verstanden. Wir werten wie „voll“. Für die Formel ohne Zeitwort folgt die Note 3 aus dieser Gleichstellung. |
| „stets zu unserer Zufriedenheit“Eigene Seite: „Stets zu unserer Zufriedenheit“ | Note 3,0 · befriedigend | Durchschnittliche Leistung am unteren Rand: Zeitangabe, aber keine Steigerung. | etabliert | Notentabellen mit sieben Stufen führen „stets zu unserer Zufriedenheit“ als „befriedigend“ und „zu unserer vollen Zufriedenheit“ eine Stufe darüber als „voll befriedigend“. Wir werten beide Formeln einheitlich mit 3.Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.11.2014, Az. 9 AZR 584/13 (öffnet in neuem Tab): Die Bescheinigung, „stets zur Zufriedenheit“ gearbeitet zu haben, wird der Note „befriedigend“ zugerechnet. |
| „zu unserer Zufriedenheit“ (ohne „stets“ und ohne „voll“) | Note 4,0 · ausreichend | Unterdurchschnittlich, aber noch ausreichend: weder Zeitangabe noch Steigerung. | etabliert | |
| „im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit“oder: „im Wesentlichen zu unserer Zufriedenheit“oder: „insgesamt zu unserer Zufriedenheit“oder: „nicht immer zu unserer vollen Zufriedenheit“ | Note 5,0 · mangelhaft | Deutliche Mängel: Die Einschränkung nimmt das Lob wieder zurück. | etabliert | Die verneinte Fassung („nicht immer zu unserer vollen Zufriedenheit“) führt keine der Notentabellen, die wir gelesen haben. Unser Regelwerk wertet sie wie die eingeschränkte Formel. |
| „hat sich bemüht, die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen“oder: „hat sich bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden“oder: „war stets bemüht, die ihm übertragenen Aufgaben zu erledigen“Eigene Seite: „Stets bemüht“ | Note 6,0 · ungenügend | Es blieb beim Versuch: Bewertet wird der Wille, nicht das Ergebnis. | etabliert | Manche Notentabellen ordnen „hat sich bemüht, … zu unserer Zufriedenheit zu erledigen“ noch der Note 5 zu und erst das bloße Bemühen der Note 6.Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.11.2011, Az. 9 AZR 386/10 (öffnet in neuem Tab): Schweigt das Zeugnis zum Erfolg des Bemühens, ist die Wortwahl als Ausdruck von Tadel zu verstehen. |
Wie Sie die Note Schritt für Schritt aus Ihrem Zeugnis ablesen, erklärt die Seite Arbeitszeugnis-Noten. Eigene Seiten mit Beispielsätzen, Nachbarformeln und einer besseren Variante gibt es bisher zu „Stets bemüht“, „Stets zu unserer Zufriedenheit“ und „Zur vollen Zufriedenheit“.
Leistung: Abwertungen und Einschränkungen
Außerhalb der Zufriedenheitsformel wertet ein Zeugnis meist auf zwei Wegen ab: Es bescheinigt den Willen statt des Ergebnisses, oder es nimmt ein Lob im selben Satz wieder zurück. Die Tabelle führt die 22 Einträge unseres Regelwerks zur Leistungsbeurteilung, vom Bemühen über einschränkende Zusätze bis zur doppelten Verneinung.
Dass „bemüht“ als Kritik gelesen wird, steht auch in der Rechtsprechung. Das Bundesarbeitsgericht nennt das Wort als bekanntes Beispiel: Schweigt das Zeugnis zum Erfolg des Bemühens, ist die Wortwahl als Ausdruck von Tadel zu verstehen (Urteil vom 15.11.2011, Az. 9 AZR 386/10 (öffnet in neuem Tab)). Die Noten der übrigen Zeilen sind Richtnoten unseres Regelwerks. Sie folgen der verbreiteten Lesart in Ratgebern, eine verbindliche Tabelle gibt es dafür nicht.
| Formulierung | Note | Klartext | Verlässlichkeit | Quelle und Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Bemühen statt Erfolg („hat sich bemüht“)Beispiel: Er hat sich bemüht, die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen. | Note 6,0 · ungenügend | Der Wille war da, der Erfolg blieb aus. „Bemüht“ ist die schwächste Stufe der Leistungsbeurteilung. | etabliert | Ergibt sich aus der üblichen Notentechnik der Zeugnissprache und wird in der Ratgeberliteratur einheitlich so gelesen.Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.11.2011, Az. 9 AZR 386/10 (öffnet in neuem Tab): Schweigt das Zeugnis zum Erfolg des Bemühens, ist die Wortwahl als Ausdruck von Tadel zu verstehen. |
| Wollen statt Können („war bestrebt“, „hat versucht“)Beispiel: Sie war stets bestrebt, ihre Aufgaben termingerecht zu erledigen. | Note 5,0 · mangelhaft | Beschreibt nur die Absicht. Ein Ergebnis wird nicht bestätigt, die Leistung gilt als mangelhaft. | etabliert | Ergibt sich aus der üblichen Notentechnik der Zeugnissprache und wird in der Ratgeberliteratur einheitlich so gelesen. |
| „Im Rahmen seiner Fähigkeiten“Beispiel: Er erledigte die Aufgaben im Rahmen seiner Fähigkeiten. | Note 5,0 · mangelhaft | Die Fähigkeiten waren begrenzt, die Leistung lag unter den Erwartungen. | etabliert | Klassischer Eintrag der verbreiteten Geheimcode-Listen, dort einheitlich gedeutet. Ob der Aussteller ihn bewusst gesetzt hat, lässt sich am Text allein nicht belegen. |
| „Zeigte Verständnis für die Arbeit“Beispiel: Er zeigte Verständnis für seine Arbeit. | Note 6,0 · ungenügend | Verständnis ist keine Leistung: Die Person hat kaum etwas geleistet. | etabliert | Klassischer Eintrag der verbreiteten Geheimcode-Listen, dort einheitlich gedeutet. Ob der Aussteller ihn bewusst gesetzt hat, lässt sich am Text allein nicht belegen. |
| Interesse statt ErgebnisBeispiel: Er war immer mit Interesse bei der Sache. | Note 5,0 · mangelhaft | Bescheinigt wird nur das Interesse, kein Ergebnis: angestrengt, aber ohne Erfolg. | kontextabhängig | Abwertend nur, wenn im selben Satz kein Ergebnis oder Erfolg genannt wird. |
| Eifer und Fleiß ohne ErgebnisBeispiel: Er erledigte seine Aufgaben mit großem Fleiß und Interesse. | Note 5,0 · mangelhaft | Eifrig, aber nicht tüchtig: Gelobt wird die Mühe, nicht das Ergebnis. | kontextabhängig | Abwertend nur, wenn im selben Satz kein Ergebnis oder Erfolg genannt wird. |
| „Ordnungsgemäß erledigt“Beispiel: Er hat alle Aufgaben ordnungsgemäß erledigt. | Note 4,0 · ausreichend | Pflicht erfüllt, mehr nicht: Dienst nach Vorschrift, ohne Eigeninitiative. Entspricht etwa einem „ausreichend“. | etabliert | Klassischer Eintrag der verbreiteten Geheimcode-Listen, dort einheitlich gedeutet. Ob der Aussteller ihn bewusst gesetzt hat, lässt sich am Text allein nicht belegen. |
| Pünktlichkeit als einziges LobBeispiel: Er war stets pünktlich. | Note 5,0 · mangelhaft | Eine Selbstverständlichkeit wird hervorgehoben, weil es sonst wenig zu loben gab. | kontextabhängig | Abwertend nur, wenn die Pünktlichkeit für sich allein steht. In einer Reihe echter Stärken ist sie unauffällig. |
| Einschränkende Zusätze („im Großen und Ganzen“, „im Wesentlichen“)Beispiel: Sie erledigte ihre Aufgaben im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit. | Note 5,0 · mangelhaft | Die Einschränkung nimmt das Lob zurück: Es gab deutliche Mängel. Entspricht etwa einem „mangelhaft“. | etabliert | Ergibt sich aus der üblichen Notentechnik der Zeugnissprache und wird in der Ratgeberliteratur einheitlich so gelesen. |
| Einschränkung im selben Satz („wenn auch nicht immer …“, „abgesehen von …“)Beispiel: Er erledigte seine Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit, wenn auch nicht immer termingerecht. | Note 4,0 · ausreichend | Der Zusatz nimmt das Lob im selben Satz teilweise zurück und nennt offen einen Mangel. Lob und Einschränkung widersprechen sich; der Satz ist damit höchstens ein „ausreichend“. | kontextabhängig | Die Einschränkung steht offen im Text. Ob sie das Lob im selben Satz zurücknimmt, hängt vom Satzbau ab; wie weit sie die Note senkt, ist eine Setzung dieses Regelwerks (Richtnote 4), keine belegte Notentabelle. |
| „Zu unserer Zufriedenheit“ ohne „stets“ und ohne „voll“Beispiel: Er erledigte die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit. | Note 4,0 · ausreichend | Ohne Steigerung entspricht die Zufriedenheitsformel nur der Note 4 (ausreichend). | etabliert | Ergibt sich aus der üblichen Notentechnik der Zeugnissprache und wird in der Ratgeberliteratur einheitlich so gelesen. |
| „Entsprach unseren Erwartungen“Beispiel: Ihre Leistungen entsprachen unseren Erwartungen. | Note 4,0 · ausreichend | Nur das Erwartbare erfüllt, nichts darüber hinaus. Entspricht etwa einem „ausreichend“. | etabliert | Ergibt sich aus der üblichen Notentechnik der Zeugnissprache und wird in der Ratgeberliteratur einheitlich so gelesen. |
| „Zufriedenstellend“Beispiel: Seine Arbeitsergebnisse waren zufriedenstellend. | Note 3,5 · ausreichend | Mittelmäßige bis schwache Bewertung: Die Leistung war gerade noch in Ordnung. | etabliert | Ergibt sich aus der üblichen Notentechnik der Zeugnissprache und wird in der Ratgeberliteratur einheitlich so gelesen. |
| Nur „erforderliche“ FachkenntnisseBeispiel: Er verfügte über die erforderlichen Fachkenntnisse. | Note 4,0 · ausreichend | Das Fachwissen reichte gerade aus. Ohne lobendes Attribut entspricht das etwa einem „ausreichend“. | etabliert | Ergibt sich aus der üblichen Notentechnik der Zeugnissprache und wird in der Ratgeberliteratur einheitlich so gelesen. |
| Doppelte Verneinung („nicht unerheblich“)Beispiel: Er hat nicht unerheblich zum Erfolg der Abteilung beigetragen. | Note 4,0 · ausreichend | Die doppelte Verneinung schwächt das Lob ab: Gemeint ist „mäßig“, nicht „gut“. | etabliert | Ergibt sich aus der üblichen Notentechnik der Zeugnissprache und wird in der Ratgeberliteratur einheitlich so gelesen. |
| Gehäufte passive FormulierungenBeispiel: Er wurde im Lager eingesetzt. Ihm wurden einfache Aufgaben übertragen. | keine eigene Note | Wer nur „eingesetzt“ und „betraut“ wurde, hat aus Sicht des Ausstellers wenig Eigeninitiative gezeigt. | kontextabhängig | Einzelne Passivsätze sind normal. Auffällig ist erst die Häufung, deshalb zählt der Befund erst ab zwei Sätzen. |
| „In der ihm eigenen Art“Beispiel: Er erledigte alle Arbeiten mit der ihm eigenen Sorgfalt. | Note 5,0 · mangelhaft | Die Arbeitsweise wich vom Üblichen ab und war für den Betrieb wenig brauchbar. | kontextabhängig | Wird meist ironisch gelesen. Mit eindeutigem Lob im selben Satz kann es auch neutral gemeint sein. |
| „Hatte Gelegenheit, …“Beispiel: Er hatte Gelegenheit, sich das notwendige Fachwissen anzueignen. | Note 5,0 · mangelhaft | Die Gelegenheit bestand, wurde aber nicht genutzt: Es wird kein Ergebnis bestätigt. | etabliert | Klassischer Eintrag der verbreiteten Geheimcode-Listen, dort einheitlich gedeutet. Ob der Aussteller ihn bewusst gesetzt hat, lässt sich am Text allein nicht belegen. |
| Fortbildung nur „teilgenommen“Beispiel: Er nahm an mehreren Fortbildungen teil. | keine eigene Note | Bestätigt wird die Teilnahme, nicht der Erfolg oder der Nutzen für die Arbeit. | kontextabhängig | Oft schlicht eine neutrale Angabe. Auffällig nur, wenn auch sonst Erfolge fehlen. |
| „Verstand es, Aufgaben zu delegieren“Beispiel: Er verstand es, alle Aufgaben mit Erfolg zu delegieren. | keine eigene Note | Laut einigen Listen: drückte sich vor eigener Arbeit. Bei Führungskräften ist Delegieren dagegen eine normale Stärke. | umstritten | Deutung umstritten: Steht in manchen Geheimcode-Listen, ist im normalen Sprachgebrauch aber meist schlichtes Lob und wird in der Fachliteratur als kaum belegbar angesehen. |
| „Mit größter Genauigkeit“Beispiel: Er arbeitete mit größter Genauigkeit. | keine eigene Note | Laut einigen Listen: langsam und umständlich. Meist ist es jedoch schlicht ein Lob der Sorgfalt. | umstritten | Deutung umstritten: Steht in manchen Geheimcode-Listen, ist im normalen Sprachgebrauch aber meist schlichtes Lob und wird in der Fachliteratur als kaum belegbar angesehen. |
| „Neuem gegenüber aufgeschlossen“Beispiel: Er war Neuem gegenüber stets aufgeschlossen. | keine eigene Note | Laut einigen Listen: offen für Neues, aber nicht in der Lage, es umzusetzen. Meist schlicht ein Lob. | umstritten | Deutung umstritten: Steht in manchen Geheimcode-Listen, ist im normalen Sprachgebrauch aber meist schlichtes Lob und wird in der Fachliteratur als kaum belegbar angesehen. |
Kontextabhängig sind 7 dieser Einträge. Interesse, Fleiß und Pünktlichkeit zum Beispiel werten nur ab, wenn im selben Satz kein Ergebnis steht oder das Lob für sich allein bleibt. In einer Reihe echter Stärken sind sie unauffällig.
Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden
Die Verhaltensbeurteilung wird an zwei Dingen gelesen: am Wortlaut und daran, wer genannt ist. Üblich ist die Reihenfolge Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen, Kunden. Fehlt eine Gruppe, wird das als Hinweis auf Schwierigkeiten mit ihr gelesen. Stehen die Vorgesetzten hinten, gilt das Verhältnis zu ihnen als das schlechtere. Beides kann im Einzelfall auch Unachtsamkeit sein.
Von den 22 Einträgen dieser Gruppe sind 14 umstritten. Sätze wie „galt als toleranter Mitarbeiter“ stehen in manchen Listen als Kritik und sind im normalen Sprachgebrauch meist schlichtes Lob. Wie wenig eine Liste allein trägt, hat das Bundesarbeitsgericht am Beispiel „kennen gelernt“ gezeigt: Es sah in der Wendung keinen Geheimcode (Az. 9 AZR 386/10).
| Formulierung | Note | Klartext | Verlässlichkeit | Quelle und Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Verneinungstechnik („gab keinen Anlass zu Beanstandungen“)Beispiel: Ihr Verhalten gab keinen Anlass zu Beanstandungen. | Note 4,0 · ausreichend | Es gab nichts zu tadeln, aber auch nichts zu loben. Entspricht etwa einem „ausreichend“. | etabliert | Ergibt sich aus der üblichen Notentechnik der Zeugnissprache und wird in der Ratgeberliteratur einheitlich so gelesen. |
| „Wusste sich gut zu verkaufen“Beispiel: Sie war tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen. | Note 5,0 · mangelhaft | Selbstdarstellung ohne entsprechende Leistung: Die Person galt als Wichtigtuer. | etabliert | Klassischer Eintrag der verbreiteten Geheimcode-Listen, dort einheitlich gedeutet. Ob der Aussteller ihn bewusst gesetzt hat, lässt sich am Text allein nicht belegen. |
| „Gesundes Selbstvertrauen“Beispiel: Er verfügte über Fachwissen und zeigte ein gesundes Selbstvertrauen. | keine eigene Note | Laut einigen Listen: überspielte fehlendes Fachwissen mit großen Sprüchen. Kann auch schlicht Selbstsicherheit meinen. | umstritten | Deutung umstritten: Steht in manchen Geheimcode-Listen, ist im normalen Sprachgebrauch aber meist schlichtes Lob und wird in der Fachliteratur als kaum belegbar angesehen. |
| „Wusste seine Meinung zu vertreten“Beispiel: Er war in der Lage, seine eigene Meinung zu vertreten. | keine eigene Note | Laut einigen Listen: rechthaberisch und wenig kompromissbereit. Kann auch Durchsetzungsstärke meinen. | umstritten | Deutung umstritten: Steht in manchen Geheimcode-Listen, ist im normalen Sprachgebrauch aber meist schlichtes Lob und wird in der Fachliteratur als kaum belegbar angesehen. |
| „Anspruchsvoller und kritischer Mitarbeiter“Beispiel: Er war ein anspruchsvoller und kritischer Mitarbeiter. | keine eigene Note | Laut einigen Listen: eigensüchtig und nörgelnd. Kann auch einen hohen Qualitätsanspruch meinen. | umstritten | Deutung umstritten: Steht in manchen Geheimcode-Listen, ist im normalen Sprachgebrauch aber meist schlichtes Lob und wird in der Fachliteratur als kaum belegbar angesehen. |
| „In seinem und im Interesse der Firma“Beispiel: Er hat alle Aufgaben in seinem und im Interesse der Firma gelöst. | keine eigene Note | Laut einigen Listen: Hinweis auf Unregelmäßigkeiten zum eigenen Vorteil. Die Formulierung ist sehr selten. | umstritten | Deutung umstritten: Steht in manchen Geheimcode-Listen, lässt sich am Text allein aber nicht belegen. |
| „Gesuchter Gesprächspartner“Beispiel: Seine umfangreiche Bildung machte ihn zu einem gesuchten Gesprächspartner. | keine eigene Note | Laut einigen Listen: führte während der Arbeitszeit lange Privatgespräche. | umstritten | Deutung umstritten: Steht in manchen Geheimcode-Listen, ist im normalen Sprachgebrauch aber meist schlichtes Lob und wird in der Fachliteratur als kaum belegbar angesehen. |
| „Stand voll hinter uns“Beispiel: Er stand stets voll hinter uns. | keine eigene Note | Laut einigen Listen ein Wortspiel mit „voll“ und damit ein Hinweis auf Alkohol. Wörtlich ist es ein Lob der Loyalität. | umstritten | Deutung umstritten: Steht in manchen Geheimcode-Listen, ist im normalen Sprachgebrauch aber meist schlichtes Lob und wird in der Fachliteratur als kaum belegbar angesehen. |
| Geselligkeit und Betriebsklima (Hinweis auf Alkohol)Beispiel: Durch seine Geselligkeit trug er zur Verbesserung des Betriebsklimas bei. | Note 5,0 · mangelhaft | Verschlüsselter Hinweis auf übermäßigen Alkoholkonsum im Dienst. | etabliert | Klassischer Eintrag der verbreiteten Geheimcode-Listen, dort einheitlich gedeutet. Ob der Aussteller ihn bewusst gesetzt hat, lässt sich am Text allein nicht belegen. |
| „Trug zur Verbesserung des Betriebsklimas bei“ (ohne „Geselligkeit“)Beispiel: Er trug zur Verbesserung des Betriebsklimas bei. | keine eigene Note | Manche Listen lesen auch dies als Hinweis auf Alkohol. Ohne das Wort „Geselligkeit“ ist es meist schlichtes Lob. | umstritten | Deutung umstritten: Steht in manchen Geheimcode-Listen, ist im normalen Sprachgebrauch aber meist schlichtes Lob und wird in der Fachliteratur als kaum belegbar angesehen. |
| „Einfühlungsvermögen für die Belange der Belegschaft“Beispiel: Für die Belange der Belegschaft bewies er stets Einfühlungsvermögen. | keine eigene Note | In den Geheimcode-Listen ein Hinweis auf die Suche nach intimen Kontakten im Betrieb. Die Listen deuten den Satz nicht einheitlich. | umstritten | Deutung umstritten: Die Listen geben unterschiedliche Bedeutungen an, und wörtlich ist es ein Lob. Die Formulierung fällt aber auf und sollte ersetzt werden. |
| „Setzte sich für die Interessen der Kollegen ein“Beispiel: Er setzte sich engagiert für die Interessen der Kollegen ein. | keine eigene Note | In den Listen ein Hinweis auf Engagement in der Arbeitnehmervertretung, teils auch auf Konflikte mit der Leitung. | umstritten | Deutung umstritten: Kann ebenso schlicht Kollegialität beschreiben. |
| „Umgänglicher Kollege“Beispiel: Wir haben ihn als umgänglichen Kollegen kennengelernt. | Note 5,0 · mangelhaft | Schwaches Lob: Die Person war im Team eher gelitten als geschätzt. | etabliert | Klassischer Eintrag der verbreiteten Geheimcode-Listen, dort einheitlich gedeutet. Ob der Aussteller ihn bewusst gesetzt hat, lässt sich am Text allein nicht belegen. |
| „Galt als toleranter Mitarbeiter“Beispiel: Im Kollegenkreis galt er als toleranter Mitarbeiter. | keine eigene Note | Laut einigen Listen: für Vorgesetzte schwierig. Wörtlich ist es ein Lob. | umstritten | Deutung umstritten: Steht in manchen Geheimcode-Listen, ist im normalen Sprachgebrauch aber meist schlichtes Lob und wird in der Fachliteratur als kaum belegbar angesehen. |
| Reihenfolge „Kollegen und Vorgesetzten“Beispiel: Sein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war einwandfrei. | keine eigene Note | Üblich ist „Vorgesetzte, Kollegen, Kunden“. Stehen die Vorgesetzten hinten, gilt das Verhältnis zu ihnen als das schlechtere. | etabliert | In der Ratgeberliteratur durchgängig so beschrieben. Im Einzelfall kann die Reihenfolge auch schlicht Unachtsamkeit sein. |
| Vorgesetzte in der Verhaltensbeurteilung nicht erwähntBeispiel: Sein Verhalten gegenüber Kollegen war einwandfrei. | keine eigene Note | Wird nur das Verhalten gegenüber Kollegen oder Kunden bewertet, gilt das als Hinweis auf Probleme mit Vorgesetzten. | etabliert | „Beredtes Schweigen“: Das Weglassen üblicher Bestandteile wird in der Zeugnissprache durchgängig als Abwertung gelesen. Es kann im Einzelfall auch schlicht ein Versehen sein. |
| Kollegen in der Verhaltensbeurteilung nicht erwähntBeispiel: Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten war einwandfrei. | keine eigene Note | Wird nur das Verhalten gegenüber Vorgesetzten bewertet, gilt das als Hinweis auf Schwierigkeiten im Team. | etabliert | „Beredtes Schweigen“: Das Weglassen üblicher Bestandteile wird in der Zeugnissprache durchgängig als Abwertung gelesen. Es kann im Einzelfall auch schlicht ein Versehen sein. |
| Kunden in der Verhaltensbeurteilung nicht erwähnt (trotz Kundenkontakt)Beispiel: Tätigkeit: Kundenberatung. Verhaltenssatz: „… gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war einwandfrei.“ | keine eigene Note | Bei Tätigkeiten mit Kundenkontakt wird das Fehlen der Kunden als Hinweis auf Probleme im Umgang mit ihnen gelesen. | kontextabhängig | Nur aussagekräftig, wenn die Tätigkeit tatsächlich regelmäßigen Kundenkontakt umfasste. |
| „Kam mit seinen Vorgesetzten gut zurecht“Beispiel: Mit seinen Vorgesetzten ist er gut zurechtgekommen. | keine eigene Note | Laut einigen Listen: Mitläufer, der sich anpasst. Wörtlich ein neutrales bis freundliches Urteil. | umstritten | Deutung umstritten: Steht in manchen Geheimcode-Listen, ist im normalen Sprachgebrauch aber meist schlichtes Lob und wird in der Fachliteratur als kaum belegbar angesehen. |
| „Verständnisvoller Vorgesetzter“Beispiel: Er war seinen Mitarbeitern jederzeit ein verständnisvoller Vorgesetzter. | keine eigene Note | Laut einigen Listen: konnte sich als Führungskraft nicht durchsetzen. Wörtlich ein Lob. | umstritten | Deutung umstritten: Steht in manchen Geheimcode-Listen, ist im normalen Sprachgebrauch aber meist schlichtes Lob und wird in der Fachliteratur als kaum belegbar angesehen. |
| „Bei Kunden schnell beliebt“Beispiel: Er war bei unseren Kunden schnell beliebt. | keine eigene Note | Laut einigen Listen: machte den Kunden zu viele Zugeständnisse. Wörtlich ein Lob. | umstritten | Deutung umstritten: Steht in manchen Geheimcode-Listen, ist im normalen Sprachgebrauch aber meist schlichtes Lob und wird in der Fachliteratur als kaum belegbar angesehen. |
| „Wir haben ihn als … kennengelernt“Beispiel: Wir haben ihn als zuverlässigen Mitarbeiter kennengelernt. | keine eigene Note | Manche Listen lesen „kennengelernt“ als Zeichen, dass das Gegenteil gemeint ist. Andere halten die Wendung für neutral. | umstritten | Deutung umstritten: Die Quellen widersprechen sich, die Wendung ist auch in guten Zeugnissen verbreitet.Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.11.2011, Az. 9 AZR 386/10 (öffnet in neuem Tab): Das Gericht sah in „kennen gelernt“ keinen Geheimcode. Aus der Aufnahme in eine Übersetzungsliste folge nicht, dass eine Formulierung stets negativ zu verstehen ist. |
Viele dieser Sätze sind als Arbeitszeugnis-Codes bekannt. Wie Sie solche Codes im Zusammenhang lesen und wie die Verhaltensformel von „stets vorbildlich“ bis „einwandfrei“ abgestuft ist, zeigt die Seite Arbeitszeugnis entschlüsseln.
Schlussformel
Die vollständige Schlussformel bedauert das Ausscheiden, dankt für die Zusammenarbeit und wünscht alles Gute für die Zukunft. Ratgeber lesen jeden fehlenden Teil als Abstufung, und so führt es auch unser Regelwerk.
Rechtlich gilt etwas anderes. Nach dem Bundesarbeitsgericht besteht kein Anspruch auf eine Dankes- und Wunschformel, und die Rechtsprechung zum „beredten Schweigen“ gilt für fehlende Schlusssätze nicht (Urteil vom 11.12.2012, Az. 9 AZR 227/11 (öffnet in neuem Tab)). Das Wort „etabliert“ in den Zeilen zur fehlenden Schlussformel beschreibt deshalb die verbreitete Lesart, keine Rechtslage. Die Abstufung mit Beispielen je Note und die Urteile im Einzelnen stehen im Ratgeber zur Schlussformel im Arbeitszeugnis.
| Formulierung | Note | Klartext | Verlässlichkeit | Quelle und Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Schlussformel fehlt vollständigBeispiel: Das Zeugnis endet mit „Er verlässt uns zum 30.06.2024.“ | keine eigene Note | Ein Zeugnis ohne Schlussformel wird als deutliche Distanzierung gelesen und wertet auch gute Noten ab. | etabliert | „Beredtes Schweigen“: Das Weglassen üblicher Bestandteile wird in der Zeugnissprache durchgängig als Abwertung gelesen. Es kann im Einzelfall auch schlicht ein Versehen sein.Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 11.12.2012, Az. 9 AZR 227/11 (öffnet in neuem Tab): Auf eine Dankes- und Wunschformel besteht danach kein Anspruch, und die Rechtsprechung zum „beredten Schweigen“ gilt für fehlende Schlusssätze nicht. |
| Bedauern über das Ausscheiden fehltBeispiel: Wir danken ihm und wünschen ihm alles Gute. | keine eigene Note | Ohne Bedauern über das Ausscheiden wirkt der Abschied kühl. In sehr guten Zeugnissen ist das Bedauern üblich. | etabliert | „Beredtes Schweigen“: Das Weglassen üblicher Bestandteile wird in der Zeugnissprache durchgängig als Abwertung gelesen. Es kann im Einzelfall auch schlicht ein Versehen sein.Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 11.12.2012, Az. 9 AZR 227/11 (öffnet in neuem Tab): Auf eine Dankes- und Wunschformel besteht danach kein Anspruch, und die Rechtsprechung zum „beredten Schweigen“ gilt für fehlende Schlusssätze nicht. |
| Dank für die Zusammenarbeit fehltBeispiel: Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute. | keine eigene Note | Fehlt der Dank für die Zusammenarbeit, gilt die Leistung als nicht dankenswert. | etabliert | „Beredtes Schweigen“: Das Weglassen üblicher Bestandteile wird in der Zeugnissprache durchgängig als Abwertung gelesen. Es kann im Einzelfall auch schlicht ein Versehen sein.Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 11.12.2012, Az. 9 AZR 227/11 (öffnet in neuem Tab): Auf eine Dankes- und Wunschformel besteht danach kein Anspruch, und die Rechtsprechung zum „beredten Schweigen“ gilt für fehlende Schlusssätze nicht. |
| Zukunftswünsche fehlenBeispiel: Wir danken ihm für seine Mitarbeit. | keine eigene Note | Fehlen die guten Wünsche für die Zukunft, wird das als Zeichen eines Abschieds im Unfrieden gelesen. | etabliert | „Beredtes Schweigen“: Das Weglassen üblicher Bestandteile wird in der Zeugnissprache durchgängig als Abwertung gelesen. Es kann im Einzelfall auch schlicht ein Versehen sein.Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 11.12.2012, Az. 9 AZR 227/11 (öffnet in neuem Tab): Auf eine Dankes- und Wunschformel besteht danach kein Anspruch, und die Rechtsprechung zum „beredten Schweigen“ gilt für fehlende Schlusssätze nicht. |
| Zukunftswünsche ohne „Erfolg“Beispiel: Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute. | keine eigene Note | Wird nur „alles Gute“ gewünscht, aber kein Erfolg, bleibt offen, ob die Person bisher erfolgreich war. | kontextabhängig | Schwaches Indiz, das nur zusammen mit anderen Abwertungen ins Gewicht fällt. |
| Erfolgswunsch ohne „weiterhin“Beispiel: Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg. | keine eigene Note | „Weiterhin viel Erfolg“ bestätigt den bisherigen Erfolg. Fehlt „weiterhin“, bleibt genau das offen. | kontextabhängig | Schwaches Indiz, das nur zusammen mit anderen Abwertungen ins Gewicht fällt. |
| Erfolgswunsch als Spitze („auch Erfolg“)Beispiel: Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute, auch Erfolg. | Note 6,0 · ungenügend | Der Wunsch unterstellt, dass der Erfolg bisher gefehlt hat. | etabliert | Klassischer Eintrag der verbreiteten Geheimcode-Listen, dort einheitlich gedeutet. Ob der Aussteller ihn bewusst gesetzt hat, lässt sich am Text allein nicht belegen. |
| „Wünschen vor allem Gesundheit“Beispiel: Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute, vor allem Gesundheit. | keine eigene Note | In den Listen ein Hinweis auf häufige krankheitsbedingte Abwesenheit. Heute wird Gesundheit aber oft ganz ohne Hintergedanken gewünscht. | umstritten | Deutung umstritten: als Code nur plausibel, wenn die Gesundheit auffällig betont wird („vor allem“) und andere Wünsche fehlen. |
| Zwischenzeugnis ohne Ausblick auf die weitere ZusammenarbeitBeispiel: Dieses Zwischenzeugnis wird auf Wunsch von Herrn Mustermann erstellt. | keine eigene Note | Im Zwischenzeugnis ist der Wunsch nach weiterer Zusammenarbeit üblich. Fehlt er, wirkt die Bindung an die Person schwach. | kontextabhängig | Schwaches Indiz. Viele Aussteller lassen den Satz schlicht aus Gewohnheit weg. |
Beendigungsformeln
Der Satz zur Beendigung nennt, wie das Arbeitsverhältnis endet, und wird daraufhin gelesen, von wem die Trennung ausging. Das Regelwerk führt dazu 4 Einträge, keiner trägt eine eigene Note: Sie sagen etwas über den Abschied, eine Leistung bewerten sie nicht.
Bei 2 Einträgen kommt es auf die Umstände an: Ein fehlendes „auf eigenen Wunsch“ ist nach einer Trennung durch den Arbeitgeber üblich, und ein Enddatum mitten im Monat erklären auch Befristungen oder vereinbarte Termine.
| Formulierung | Note | Klartext | Verlässlichkeit | Quelle und Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| „Im gegenseitigen Einvernehmen“Beispiel: Er verlässt uns im gegenseitigen Einvernehmen. | keine eigene Note | Die Trennung ging meist vom Arbeitgeber aus und wurde über eine Aufhebungsvereinbarung geregelt. | etabliert | In der Ratgeberliteratur durchgängig so gelesen. „Im besten gegenseitigen Einvernehmen“ wirkt etwas milder. |
| Beendigung ohne „auf eigenen Wunsch“Beispiel: Herr Mustermann verlässt uns zum 30.09.2024. | keine eigene Note | Fehlt der Hinweis auf den eigenen Wunsch, wird meist angenommen, dass die Trennung vom Arbeitgeber ausging. | kontextabhängig | Nur aussagekräftig, wenn die Person tatsächlich selbst gegangen ist. Nach einer Trennung durch den Arbeitgeber ist das Weglassen des Grundes üblich. |
| Trennung durch den Arbeitgeber wird genanntBeispiel: Wir haben uns von Herrn Mustermann getrennt. | keine eigene Note | Die Trennung ging ausdrücklich vom Arbeitgeber aus. Das fällt künftigen Lesern sofort auf. | etabliert | Die Aussage steht offen im Text und braucht keine Deutung. |
| „Krummes“ AustrittsdatumBeispiel: … war vom 01.04.2019 bis zum 08.11.2023 bei uns tätig. | keine eigene Note | Ein Ende mitten im Monat (weder Monatsende noch Monatsmitte) wird oft als Hinweis auf eine plötzliche Trennung gelesen. | kontextabhängig | Nur ein Indiz. Befristungen, Ausbildungsende oder vereinbarte Termine erklären ein solches Datum ebenso. |
Auslassungen: Was fehlt, zählt
Ein einfaches Zeugnis nennt nur Art und Dauer der Tätigkeit, ein qualifiziertes erstreckt sich auf Verlangen auch auf Leistung und Verhalten (§ 109 Abs. 1 der Gewerbeordnung (öffnet in neuem Tab)). Fehlt in einem qualifizierten Zeugnis ein üblicher Bestandteil, spricht man vom „beredten Schweigen“: Das Weglassen wird als Abwertung gelesen. Nach dem Bundesarbeitsgericht dürfen weder Wortwahl noch Auslassungen beim Leser Vorstellungen entstehen lassen, die nicht der Wahrheit entsprechen (Az. 9 AZR 386/10).
Nicht jede Lücke wiegt gleich: 3 der 7 Einträge sind kontextabhängig. Ein Satz zur Mitarbeiterführung wird nur bei Personalverantwortung erwartet, ein Satz zur Ehrlichkeit nur beim Umgang mit Geld oder Kasse. Eine Lücke kann im Einzelfall auch schlicht ein Versehen sein.
| Formulierung | Note | Klartext | Verlässlichkeit | Quelle und Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Leistungsbeurteilung fehltBeispiel: Das Zeugnis nennt nur Dauer und Aufgaben. | keine eigene Note | Ohne Aussage zur Leistung ist es nur ein einfaches Zeugnis. Leser schließen daraus, dass es nichts Gutes zu sagen gab. | etabliert | Sicher erkennbar. Ob es eine Abwertung ist, hängt davon ab, ob ein einfaches Zeugnis gewünscht war. |
| Zusammenfassende Leistungsbeurteilung (Zufriedenheitsformel) fehltBeispiel: Einzelne Stärken werden genannt, ein Satz wie „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ fehlt. | keine eigene Note | Der wichtigste Einzelsatz fehlt: Ohne Gesamturteil bleibt die Leistungsnote bewusst offen. | etabliert | „Beredtes Schweigen“: Das Weglassen üblicher Bestandteile wird in der Zeugnissprache durchgängig als Abwertung gelesen. Es kann im Einzelfall auch schlicht ein Versehen sein. |
| Verhaltensbeurteilung fehltBeispiel: Das Zeugnis bewertet die Leistung, sagt aber nichts zum Verhalten. | keine eigene Note | Fehlt jede Aussage zum Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen, wird das als Hinweis auf Konflikte gelesen. | etabliert | „Beredtes Schweigen“: Das Weglassen üblicher Bestandteile wird in der Zeugnissprache durchgängig als Abwertung gelesen. Es kann im Einzelfall auch schlicht ein Versehen sein. |
| Tätigkeitsbeschreibung fehltBeispiel: Auf die Einleitung folgt sofort die Bewertung. | keine eigene Note | Ohne Beschreibung der Aufgaben bleibt offen, was die Person tatsächlich getan hat. Das Zeugnis verliert stark an Wert. | etabliert | Sicher erkennbar; ein üblicher Pflichtbestandteil jedes Zeugnisses. |
| Führungskraft ohne Beurteilung der MitarbeiterführungBeispiel: Teamleiter mit fünf Mitarbeitern, aber kein Satz zur Führung. | keine eigene Note | Bei Führungskräften wird eine Aussage zur Führungsleistung erwartet. Ihr Fehlen deutet auf Schwächen in der Führung. | kontextabhängig | Nur aussagekräftig bei echter Personalverantwortung. |
| Vertrauensposition ohne Aussage zur EhrlichkeitBeispiel: Kassiererin, aber kein Satz wie „Sie war stets ehrlich und zuverlässig“. | keine eigene Note | Bei Tätigkeiten mit Kasse oder Geld wird ein Satz zur Ehrlichkeit erwartet. Fehlt er, weckt das Zweifel an der Zuverlässigkeit. | kontextabhängig | Nur aussagekräftig bei Tätigkeiten mit Geld, Kasse oder Wertsachen. |
| Keine Aussage zum FachwissenBeispiel: Arbeitsweise und Zufriedenheit werden bewertet, das Fachwissen nicht. | keine eigene Note | Zur Leistungsbeurteilung gehört üblicherweise ein Satz zum Fachwissen. Fehlt er, bleibt die fachliche Eignung offen. | kontextabhängig | Schwaches Indiz. Kurze Zeugnisse verzichten oft ohne Hintergedanken darauf. |
Auslassungen findet der Satz-Check nicht, denn er sieht nur den einen Satz, den Sie eingeben. Sie zeigen sich erst, wenn das ganze Zeugnis gegen die üblichen Bestandteile gelesen wird.
Form und Unterschrift
Auch die äußere Form wird gelesen. Das Regelwerk führt dazu 6 Einträge, darunter ein Ausstellungsdatum weit nach dem Austritt, ein auffällig kurzes Zeugnis und Ausrufezeichen im Text. Als kontextabhängig führt es 4 davon: Ein spät angefordertes Zeugnis trägt ebenfalls ein späteres Datum, und bei kurzer Beschäftigung ist ein kurzes Zeugnis normal.
Zur Unterschrift führt der Katalog keinen Eintrag, die Tabelle nennt deshalb nur, was das Regelwerk an der Form prüft. Was die Form nicht darf, regelt das Gesetz: Ein Zeugnis muss klar und verständlich formuliert sein. Es darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere Aussage zu treffen, als aus der äußeren Form oder dem Wortlaut ersichtlich ist (§ 109 Abs. 2 der Gewerbeordnung).
| Formulierung | Note | Klartext | Verlässlichkeit | Quelle und Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Ausstellungsdatum deutlich nach dem AustrittBeispiel: Austritt zum 31.03.2024, Zeugnis datiert auf den 12.09.2024. | keine eigene Note | Liegt das Zeugnisdatum weit hinter dem letzten Arbeitstag, vermuten Leser, dass um das Zeugnis gestritten wurde. | kontextabhängig | Nur ein Indiz. Ein spät angefordertes Zeugnis trägt ebenfalls ein späteres Datum. |
| Auffällig kurzes ZeugnisBeispiel: Ein qualifiziertes Zeugnis mit weniger als 90 Wörtern. | keine eigene Note | Ein sehr knappes Zeugnis signalisiert geringe Wertschätzung: Der Aussteller hatte wenig Positives zu berichten. | kontextabhängig | Nur ein Indiz. Bei kurzer Beschäftigung oder einfachen Tätigkeiten ist ein kurzes Zeugnis normal. |
| Ausrufezeichen im ZeugnistextBeispiel: Er war stets pünktlich! | keine eigene Note | Hervorhebungen wie Ausrufezeichen sind in Zeugnissen unüblich und werden als ironisches Signal an den Leser verstanden. | kontextabhängig | Kann auch ein Stilfehler sein. Auffällig ist es in jedem Fall. |
| Angebot für telefonische RückfragenBeispiel: Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung. | keine eigene Note | Laut einigen Listen: Der Aussteller möchte mündlich mehr sagen, als im Zeugnis steht. Andere sehen darin schlicht Hilfsbereitschaft. | umstritten | Deutung umstritten: Die Quellen widersprechen sich. |
| Krankheit oder Fehlzeiten werden erwähntBeispiel: Nach längerer Krankheit nahm er seine Tätigkeit wieder auf. | keine eigene Note | Angaben zu Krankheit und Fehlzeiten gehören üblicherweise nicht ins Zeugnis und wirken auf Leser stark abwertend. | etabliert | Die Aussage steht offen im Text und braucht keine Deutung. |
| Tätigkeit in der Arbeitnehmervertretung wird erwähntBeispiel: Herr Mustermann war Mitglied des Betriebsrats. | keine eigene Note | Ein solches Amt wird üblicherweise nur auf Wunsch der Person genannt. Ungefragt erwähnt, kann es künftige Arbeitgeber abschrecken. | kontextabhängig | Nur ein Problem, wenn die Erwähnung nicht gewünscht war. |
Wie verlässlich sind diese Deutungen?
Unterschiedlich, und deshalb steht die Verlässlichkeit in jeder Zeile. Von den 70 Einträgen des Katalogs sind 31 etabliert, 20 kontextabhängig und 19 umstritten. Die drei Wörter bedeuten:
- Etabliert: Die Deutung ergibt sich aus der üblichen Notentechnik der Zeugnissprache oder wird in den verbreiteten Übersichten einheitlich angegeben.
- Kontextabhängig: Der Satz wertet nur in einem bestimmten Zusammenhang ab, zum Beispiel als einziges Lob.
- Umstritten: Quellen deuten unterschiedlich, oder die Formulierung ist im normalen Sprachgebrauch meist schlichtes Lob. Unser Zeugnis-Check weist solche Treffer als Hinweis aus, nie als Tatsache.
Auch „etabliert“ heißt nicht, dass der Aussteller die Abwertung gemeint hat. Ob er einen Satz bewusst gesetzt hat, lässt sich am Text allein nicht belegen. Das Bundesarbeitsgericht hält fest, dass Übersetzungslisten Beispiele überwiegend isoliert und ohne Zusammenhang wiedergeben und dass sich ein Zeugnis regelmäßig nur im Zusammenhang seines gesamten Inhalts auslegen lässt (Az. 9 AZR 386/10).
Für Ihr Zeugnis folgt daraus: Ein einzelner auffälliger Satz ist ein Hinweis. Belastbar wird eine Lesart erst, wenn mehrere Stellen in dieselbe Richtung zeigen, etwa eine mittlere Leistungsformel und eine Verhaltensformel ohne Vorgesetzte. Wer das nicht selbst zusammenführen möchte, kann sein Arbeitszeugnis prüfen lassen. Der Zeugnis-Check verbindet dieses Regelwerk mit einer KI-gestützten Sprachanalyse und liest das ganze Zeugnis.
Welche Formulierungen zu welcher Note gehören
Die Liste ordnet alle Zeilen des Lexikons, die eine eigene Note tragen, nach dieser Note. Jeder Eintrag führt zu seiner Zeile mit Klartext und Einordnung. Einträge ohne eigene Note fehlen hier, sie stehen nur in den Tabellen.
- Note 1 (sehr gut): „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“
- Note 2 (gut): „zu unserer vollsten Zufriedenheit“ (ohne „stets“), „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“, „stets zu unserer uneingeschränkten Zufriedenheit“
- Note 3 (befriedigend): „zu unserer vollen Zufriedenheit“ (ohne „stets“), „zu unserer uneingeschränkten Zufriedenheit“ (ohne „stets“), „stets zu unserer Zufriedenheit“
- Note 3,5: „Zufriedenstellend“
- Note 4 (ausreichend): „zu unserer Zufriedenheit“ (ohne „stets“ und ohne „voll“), „Ordnungsgemäß erledigt“, Einschränkung im selben Satz („wenn auch nicht immer …“, „abgesehen von …“), „Zu unserer Zufriedenheit“ ohne „stets“ und ohne „voll“, „Entsprach unseren Erwartungen“, Nur „erforderliche“ Fachkenntnisse, Doppelte Verneinung („nicht unerheblich“), Verneinungstechnik („gab keinen Anlass zu Beanstandungen“)
- Note 5 (mangelhaft): „im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit“, Wollen statt Können („war bestrebt“, „hat versucht“), „Im Rahmen seiner Fähigkeiten“, Interesse statt Ergebnis, Eifer und Fleiß ohne Ergebnis, Pünktlichkeit als einziges Lob, Einschränkende Zusätze („im Großen und Ganzen“, „im Wesentlichen“), „In der ihm eigenen Art“, „Hatte Gelegenheit, …“, „Wusste sich gut zu verkaufen“, Geselligkeit und Betriebsklima (Hinweis auf Alkohol), „Umgänglicher Kollege“
- Note 6 (ungenügend): „hat sich bemüht, die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen“, Bemühen statt Erfolg („hat sich bemüht“), „Zeigte Verständnis für die Arbeit“, Erfolgswunsch als Spitze („auch Erfolg“)
Die Noten gelten für den einzelnen Satz. Wie ein Zeugnis klingt, in dem Leistung, Verhalten und Schlussformel auf derselben Stufe liegen, zeigen die Beispiele je Note.
Arbeitszeugnis-Textbausteine: Was das Lexikon beim Formulieren leistet
Das Lexikon ist zum Lesen gebaut. Es sagt, wie eine Formulierung in einem fertigen Zeugnis verstanden wird. Eine Sammlung von Textbausteinen für Arbeitgeber ist es nicht.
Nützlich ist es trotzdem, wenn Sie selbst formulieren, zum Beispiel weil Ihr Arbeitgeber Sie um einen Entwurf bittet oder weil Sie eine Korrektur vorschlagen wollen. Die Tabellen zeigen dann, welche Fassung für welche Note steht und welche Sätze Sie besser meiden, weil sie in Listen als Code geführt werden.
Maßstab bleibt die tatsächliche Leistung. Ein Zeugnis muss in erster Linie wahr sein, und § 109 der Gewerbeordnung gibt nach dem Bundesarbeitsgericht keinen Anspruch auf ein „gutes“ Zeugnis, sondern auf ein leistungsgerechtes (Az. 9 AZR 584/13). Die Tabellen sind deshalb eine Übersicht der Abstufungen und keine Empfehlung für Ihren Fall.
Häufige Fragen: Arbeitszeugnis-Formulierungen
Welche Arbeitszeugnis-Formulierungen stehen für welche Noten?
In der zusammenfassenden Leistungsformel steht „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ für Note 1, „zu unserer vollsten Zufriedenheit“ für Note 2, „zu unserer vollen Zufriedenheit“ für Note 3 und „zu unserer Zufriedenheit“ für Note 4. Darunter liegen die eingeschränkte Formel und das bloße Bemühen. Alle Zeilen mit eigener Note stehen nach Noten geordnet im Abschnitt Welche Formulierungen zu welcher Note gehören.
Gibt es die Arbeitszeugnis-Formulierungen als PDF?
Nein, eine PDF-Datei bieten wir nicht an. Alle Tabellen stehen als Text auf dieser Seite, und jede Zeile hat eine eigene Sprungadresse, auf die Sie verweisen können. Wer die Liste auf Papier braucht, kann die Seite über die Druckfunktion des Browsers ausgeben. Der Stand steht oben unter der Überschrift.
Kann ich mit dem Lexikon mein Arbeitszeugnis selbst formulieren?
Es hilft dabei, eine Vorlage ersetzt es nicht. Die Tabellen zeigen, welche Fassung für welche Note steht und welche Sätze als Code gelesen werden können. Aufgaben und Ergebnisse aus Ihrer Tätigkeit müssen Sie selbst einsetzen. Mehr dazu steht im Abschnitt zu den Arbeitszeugnis-Textbausteinen.
Warum stehen im Lexikon auch Formulierungen, die meist schlichtes Lob sind?
Weil sie in manchen Listen als Geheimcode stehen. Wer dort nachliest, soll hier die Einordnung finden: Unser Regelwerk führt 19 Einträge als umstritten und sagt das in jeder dieser Zeilen. Steht ein solcher Satz in Ihrem Zeugnis, ist das allein kein Befund.
Was bedeutet „keine eigene Note“ in einer Zeile?
Das Regelwerk gibt dem Eintrag keine Richtnote, er zählt als Hinweis. Das gilt für die Auslassungen, für die Angaben zur Beendigung und für die umstrittenen Einträge des Katalogs. Wie schwer ein solcher Hinweis wiegt, hängt davon ab, was sonst im Zeugnis steht.
Woher stammen die Noten im Lexikon?
Aus dem Regelwerk, mit dem auch unser Zeugnis-Check arbeitet. Für die Zufriedenheitsformel folgt es der Skala, die das Bundesarbeitsgericht als den Schulnoten vergleichbar beschreibt (Az. 9 AZR 584/13). Die übrigen Noten sind Richtnoten nach der verbreiteten Lesart in Ratgebern. Eine gesetzlich festgelegte Notentabelle gibt es nicht, und einzelne Quellen ordnen Formeln eine Stufe besser oder schlechter ein.
Gelten die Formulierungen auch im Zwischenzeugnis?
Ja. Das Zwischenzeugnis verwendet dieselben Formeln in der Gegenwartsform. Anders ist der Schluss: Weil das Arbeitsverhältnis fortbesteht, ist dort der Wunsch nach weiterer Zusammenarbeit üblich. Anlässe und Aufbau erklärt die Seite Zwischenzeugnis.
Reicht das Lexikon, um mein Zeugnis zu beurteilen?
Für einzelne Sätze ja, für das ganze Zeugnis nicht. Das Gesamtbild ergibt sich aus der Leistungsformel, der Verhaltensbeurteilung, der Schlussformel und dem, was fehlt. Frei formulierte Sätze und Widersprüche zwischen den Teilen stehen in keiner Tabelle.
Wie finde ich eine bestimmte Formulierung?
Am schnellsten mit der Suche Ihres Browsers nach einem auffälligen Wort, zum Beispiel „Geselligkeit“. Die Tabellen sind nach dem Teil des Zeugnisses geordnet, in dem der Satz steht. Einen ganzen Satz können Sie in den Satz-Check auf dieser Seite eingeben. Er arbeitet mit einer eigenen, kleineren Regel-Tabelle der gängigsten Formeln und erkennt deshalb nicht jede Zeile des Lexikons.
Was kann ich tun, wenn eine abwertende Formulierung in meinem Zeugnis steht?
Lesen Sie zuerst unter „Quelle und Einordnung“ nach, unter welchen Bedingungen der Satz abwertet. Bleibt es dabei, können Sie Ihren Arbeitgeber um eine Änderung bitten. Wie Sie dabei vorgehen, beschreibt der Ratgeber Schlechtes Arbeitszeugnis. Ob sich eine Änderung durchsetzen lässt, kann nur eine Rechtsberatung klären.
Welche Note ergeben die Formulierungen zusammen?
Der Zeugnis-Check liest das ganze Zeugnis und ermittelt die Gesamtnote. Die Vorschau ist kostenlos.